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"An die vergnügteste Regierung"
Nachdem der Antrag auf eine Apothekenkonzession am 29.Juli 1788 vom König von Preussen abgelehnt wurde,
nahm Peter Hermann Gerhardi den zweiten Anlauf.
Durch "alleruntertänigste Vorstellung der Deputierten und Geerbten des Kirchspiel
Halvers” versuchten die "Eingesessenen", als da waren u.a. Chr. Asbeck, Diederich
Woeste, I.H. Schmalenbach, Dr. Johann Winckhaus und Joh. Peter Clever, den König
von der Notwendigkeit einer Apotheke zu überzeugen. Sie fanden, dass "dieser Flecken
die wichtigste Lage von allen im Sauerland hat", schlau setzten sie hinzu, wieviel
wertvolle Arbeitszeit für das Beschaffen der Arzneimittel verloren ginge.
Eine Apotheke in Halver sei eine "vortreffliche Veranstaltung" argumentierten die
Antragsteller und betonten, dass viele Passagen durch Halver gingen, welches viel
wichtiger als Breckerfeld oder Altena wäre, schließlich habe man eine reformierte
und eine lutherische Gemeinde, einen Rektor und eine Lateinschule und ein Posthaus.
Man sähe also nicht ein, warum man sich aus dem stundenweit entfernten Preussischen
heraus ins Bergische "jagen" und dort prellen lassen sollte.
Der König von Preussen lehnte aber nochmals ab, die Halveraner sollten ihre Apotheke
nicht bekommen. Sie ließen sich aber von dieser Absage überhaupt nicht beeindrucken.
Am 10. Oktober wendeten sie sich erneut an den König, und es ist äußerst amüsant nachzulesen,
mit welch "sauerländischer Schläue" in diesem Brief argumentiert wurde: die Medizinalordnung
spreche nur von Flecken, Halver aber sei ein Dorf. "Es heißt, hier im Sauerland brauchen wir das Wort Flecken gar nicht,
sondern Dorf vor Örtern, welche nicht wirklich zur Stadt deklariert sind. Aber wie kann es aufs Wort ankommen,
wo die Sache da ist ?" Sehr geschickt empfahlen sich die Bürger von Halver:
"Gott erhalte Ew. Majestät bis zu den spätesten Zeiten in der vergnügtesten Regierung.
Wir ersterben in tiefster Unterwürfigkeit." Welcher König konnte da noch nein sagen ?
Die Genehmigung
Ob vergnügteste Regierung oder nicht, am 1. Dezember 1788 wurde dem Peter Hermann Gerhardi
"in Gnaden verstattet", im Flecken Halver eine Apotheke zu eröffnen,
was er am 15. April 1789 tat.Die endgültige Erlaubnis ist auf den 12.Mai 1789 datiert.
Bis zum Dezember 1808 führte P.H. Gerhardi seine Hirsch Apotheke.
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